Die Kunstgalerie als Ort des Austauschs

# Teil 2 des Artikels "Kunstgalerien: auf halbem Weg zwischen Geschäft und Museum Ursprünglich entstand die Galerie aus dem Bedürfnis heraus, die Werke von Künstlern zu zeigen, die in Kunstausstellungen nicht akzeptiert wurden. Im Begriff der Kunst steckt der Gedanke des Teilens, und jedes Kunstwerk muss geteilt werden, genauso wie ein Buch oder ein Musikstück.


Werfen wir einen Blick zurück in die Geschichte der Kunstgalerien: Von 1725 bis 1880 wurden die von der Akademie der Schönen Künste genehmigten Werke jährlich im Salon carré im Louvre ausgestellt, und die Galerien setzten sich als Alternative zu den Sanktionen der Jury des Salons durch, die vielen Künstlern die Sichtbarkeit nahm, da dies die einzige Möglichkeit war, ihre Werke bekannt zu machen.


Nach dem Zweiten Kaiserreich entstanden unabhängige Salons - der erste trug einen wohlklingenden Namen: der Salon des Refusés im Jahr 1863 -, die Kritiker und Schriftsteller zusammenbrachten und private Initiativen auslösten. Restauratoren, Experten, Verleger, aber vor allem Kunstliebhaber, haben sich auf ein bahnbrechendes Abenteuer eingelassen und Talente entdeckt. Sie haben Aktionen ins Leben gerufen: Sie stellen aus, machen einen Künstler bei Sammlern bekannt und fungieren als "Vermittler". Aus der Leidenschaft, die der Verteidigung von Künstlern gewidmet ist, wird ein Beruf geboren.


Durch diesen Bruch mit der Institution werden Galerien für einen Künstler, dem die Freiheit der Kommunikation verwehrt wird, wirksam. Heute hat sich die Situation umgekehrt, es reicht manchmal aus, dass der Künstler für alle zugänglich und einfach verständlich ist, sich an alle Kulturen anpasst und die Fähigkeit hat, das Ereignis, die Überraschung und manchmal den Skandal zu schaffen, und hier ist er in gewisser Weise von seiner Kunst abgekoppelt, um von "Show-Inszenierern" "in die Hand genommen" zu werden.


Entfernt sich die Kunst nicht manchmal vom künstlerischen Schaffen und der Verbreitung?


Aber dann : Was ist die Galerie? Was ist ein Kunstwerk?

« Mon rôle en tant que marchand d’art est d’aider, de suivre et soutenir les artistes selon des critères artistiques pour en faciliter le « partage » avec le public. Mon ultime étape étant la vente de l’œuvre, quelles que soient les relations avec les artistes concernées. Comprendre, apprécier, être convaincue par une œuvre et convaincre l’amateur et l’acheteur potentiel, voilà mes exigences éthiques. » Kirsten

Was erwarten wir von einem Kunstwerk, wenn nicht, dass es uns überrascht und erhebt?


In dieser für die Globalisierung offenen Welt, in der der Künstler zuweilen Gegenstand künstlerischer, sozialer und wirtschaftlicher Ambivalenzen ist, ist es klar, dass die Idee des Teilens zwischen dem Künstler und dem Amateur durch eine neue, leider eher finanzielle Rolle ersetzt wurde. Wir sind Zeugen der Veränderung bestimmter Werte, auf denen der Austausch durch künstlerisches Schaffen basierte, mit dem Austausch von Gefühlen, Schönheit und Geist.


Mit ihren zahlreichen Veränderungen sieht sich die Galerie in Konkurrenz zu Messen, auch wenn diese mit und von Kunstgalerien organisiert werden.

Im Laufe der Zeit entstanden dann die so genannten "ephemeren" Galerien, die oft zu bestimmten Zeiten des Jahres geöffnet sind, um vor allem zu verkaufen und anzubieten. Die Zeit der Kontemplation und des Vergnügens, des "Teilens", da sind wir wieder, ist nicht die Zeit der Rentabilität. Neben den Künstler-Websites, die ebenso notwendig sind wie sie mit den Galerien konkurrieren, gibt es virtuelle Galerien mit der Entstehung von Schaufenster- und Direktverkaufs-Websites.



Trotz dieser Neuausrichtung bleibt die Galerie fest in der nationalen und internationalen Kunstszene verankert. Es bleibt die Bühne, die für alle und für jeden sichtbar ist, ob einfacher Besucher, Kunstliebhaber oder Sammler; es bleibt und ist unverzichtbar für die Kenntnis und Verbreitung von Kunst und Künstlern.

« Ich glaube wirklich, dass der Künstler sich nur durch sein Werk ausdrücken kann und dass es mit anderen geteilt werden muss, und das ist einer der Gründe, warum ich Kunsthändler bin. Durch den Verkauf und die Verbreitung von Werken tritt der Künstler in den Prozess des Teilens ein.
Und auch wenn die Entwicklung des Marktes und der gesellschaftlichen Verhältnisse dieser wesentlichen Rolle immer weniger gerecht wird, sind viele Kunsthändler in der ganzen Welt Autoritäten in ihrer Arbeit der Prospektion und der Zusammenarbeit mit dem Künstler, des Vertrauens zwischen dem Künstler, dem Kunsthändler und dem Amateur/Käufer. Meine Aufgabe ist es, Neugierde zu wecken, indem ich die unterschiedlichsten Werke für alle zugänglich mache. Ein Kunstwerk zu fördern heißt auch, es zu lieben und sich von ihm zu trennen, damit es seine Reise fortsetzen und andere erleuchten kann. »
Kirsten

Agence WDP - wwwagence-wdp.com

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