ZOOM auf Etienne Dumont Kunstkritiker und Kunstwerk selbst...

Etienne Dumont ist für manche kein Begriff mehr, und für Uneingeweihte ist es interessant, ihn zu kennen...

Der 1948 geborene Genfer Journalist hat sich aus der Feder zurückgezogen, schreibt aber immer noch in seiner besten, oft bissigen Handschrift.


In Genf, wo er lebt, trägt er den Spitznamen "der Tätowierte", was zu seinem Image passt: Neben seinen zahlreichen Tätowierungen hat er auch zahlreiche Piercings, subkutane Implantate, Lappen-, Nasen- oder Lippenpiercings, was für einen 69-jährigen Mann vielleicht überraschend ist.


Von Kopf bis Fuß gepierct und tätowiert, hat er seinen Körper ganz bewusst zu einem Kunstwerk gemacht.

Es ist klar, dass Etienne Dumont in seinem Kopf und auf seiner Haut eine komplexe Person ist!



Nach neununddreißig Jahren bei der Tribune de Genève, von März 1974 bis Mai 2013, hat er seine Handschuhe nicht an den Nagel gehängt - im Gegenteil, er hat beschlossen, diese Zeit mit dem zu verbringen, was er liebt: seiner Leidenschaft für zeitgenössische Kunst und das Lesen.


Wie viele Enthusiasten hat er seine berühmte Feder einem persönlichen Blog gewidmet, mal als Kunstkritiker, mal als Literaturblogger, mal als Beobachter der Genfer Kulturpolitik.

Er sagt: "Ich bin ein nicht objektiver Journalist. Der Journalist, wie man ihn sich vorstellt, der die Dinge bilanziert, sagt mir nichts: Ich habe keine Lust, neutral zu bleiben.

Am liebsten sagt er seine Meinung, was manchmal beängstigend sein kann, weil er in der Kunstwelt gefürchtet ist. In der Tribune de Genève heißt es: "Er konnte sehr enthusiastisch sein, aber zwischen seinen Lobeshymnen gab es immer auch einen bösen Spruch.


Andererseits, wenn es ihm nicht gefällt, gefällt es ihm nicht!

"Was Sie uns hier zeigen, ist Quatsch,"

vor einer Fotoausstellung.


Einer seiner Blogbeiträge trägt den Titel

"Können wir Künstlern sagen, dass wir sie scheiße finden?"

Natürlich", antwortet er.

"Künstler werden als psychisch zerbrechlich und unfähig, den kleinsten Schlag zu verkraften, behandelt. Die Pressesprecher sind heute der Meinung, dass die Journalisten ihre Arbeit ausweiten und uns als Kollegen in der Kommunikation betrachten sollten".

Er versteht es, wild zu sein und wichtige Persönlichkeiten wie Sami Kanaan, den für Kultur zuständigen Magistrat der Stadt Genf, anzugreifen, für den er "Faut-il tuer les médiateurs culturels? In der Genfer Bibliothek erzählt man sich, dass eine Anweisung den Angestellten verbietet, sich mit ihr in Verbindung zu setzen, und Etienne Dumont ist amüsiert!

Ist er gemein oder brillant?


Die einen sagen "Er ist gemein", die anderen "Er ist brillant", aber alle sind sich einig, dass "der Mann die meiste Zeit unsympathisch ist".


Eine Anekdote: Für einige Verleger ist ein Anruf bei Etienne Dumont, um über ein Buch zu sprechen, das kurz vor der Veröffentlichung steht, zu einer echten Schikane für Praktikanten geworden.


Etienne Dumont sagt über sich selbst

"Ich bin von Natur aus unangenehm, mancher Unsinn erscheint mir schrecklich, manche Langsamkeit nervt, manche Menschen sind unerträglich. Das hängt sehr von meiner persönlichen Stimmung ab. In diesen Momenten denke ich auch, dass ich schrecklich bin..."

Doch trotz seiner Launen hat er einen Kreis von Freunden, für die er echte Gefühle hegt und denen er treu ist, wie dem Genfer Fotografen Francis Traunig:

"Etienne hat mir etwas Wichtiges beigebracht, nämlich dass man nie dem äußeren Schein trauen darf."

Man fragt sich nach den Beweggründen der Figur und den Extremen, in denen sie sich bewegt und schwankt: Radikale, die "nicht gleichgültig lassen".

Man fragt sich nach den Beweggründen der Figur und den Extremen, in denen sie schwankt.


Kirsten :

Als ich diesen Artikel recherchierte, stellte ich mir eine Frage: Wie würde Etienne Dumont auf die verschiedenen Ansätze von Kirsten Keagli reagieren?

Gut und schlecht zugleich, kein Zweifel...


Oktober 2021 - Kirsten Keagli Beratung

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